Pfefferminzmuseum  Eichenau

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Pfefferminze in der Mythologie

Name und Herkunft der Minze werden in der griechischen Mythologie beschrieben: Minthe war Tochter des Flußgottes Kokytos. Hades, der Gott der Unterwelt, verliebte sich in sie und erregte damit den Zorn der Göttin Persephone; diese tötete Minthe und zerriß sie in Stücke. Hades verstreute die Teile, aus denen dann Minzen hervorwuchsen, auf einem sonnigen Berg östlich von Pylos in Messenien. (Es kann allerdings sein, dass dieser Mythos eine relativ junge literarische Erfindung aus der hellenistischen Epoche ist.)

Vor Tausenden von Jahren war die Pfefferminze schon so beliebt und geehrt, daß sie in Ägypten den Pharaonen ins (Pyramiden-) Grab gelegt wurde - als schützendes Kraut für die Reise ins Jenseits.

Griechen und Römer bestreuten bei Festen den Fußboden mit Minze, um mit dem Duft die Eßlust der Gäste anzuregen. Der römische Schriftsteller Plinius (24 - 79 n. Chr.) berichtet, daß Griechen und Römer bei Trinkgelagen Kränze aus Minze um den Kopf trugen, um einem "Kater" vorzubeugen. Auch sollen sie die Tische mit Minze eingerieben haben, um die Fleischeslust anzuregen. Das Ausreißen der Pflanze aus der Erde galt als Frevel und brachte Unglück.

Den orientalischen Herrschern diente die Minze als Beilage in ihren Schriftrollen, zum Zeichen der Freundschaft und Liebe.

Von alten Seefahrern ist überliefert, daß sie Pfefferminze und Ingwer gegen die Seekrankheit nahmen. Auch wurde mit ihr in vergangenen Zeiten das Trinkwasser an Bord frischgehalten.

Das früheste Exemplar der "Peppermint" findet man im Britischen Museum in London. Es wurde 1696 von dem Naturforscher Johan Ray in der Grafschaft Herfordshire entdeckt.

Sed si quis vires spesicque et nomina mentae
Ad plenum memorare potest, sciat ille necesse est,
Aut quod Eritreo volitent in gurgite pisces,
Lemnius aut altum quot in aera Mulcifer ire
Scintillas vastis videat fornacibus Aetna.

Wenn aber einer die Kräfte und Arten und Namen der Minze samt und sonders zu nennen vermöchte, so müßte er gleich auch wissen, wie viele Fische im Roten Meer wohl schwimmen, oder wie viele Funken Vulkanus, der Schmelzgott von Lemnos, schickt in die Lüfte empor aus den riesigen Essen des Aetna.

(Walafried Strabo, Abt des Benediktinerklosters
Reichenau, 808-849 n. Chr.)