Pfefferminzmuseum  Eichenau

Anbau, Ernte und Trocknung

Ehemalige Teetrockenhalle in Eichenau

Die Pfefferminze verlangt einen leichten, humusreichen Boden in feuchter Lage. Im Frühjahr werden im Abstand von 40-60cm etwa 10cm tiefe Furchen gezogen, in die die Wurzelausläufer eingelegt und mit Erde bedeckt werden.

Ab Anfang Mai treiben die Pflanzen aus - und mit ihnen das Unkraut. Da Unkrautvernichtungsmittel nicht eingesetzt werden, muss das Unkraut von Hand entfernt werden. Der Anbau ist also schon deswegen enorm arbeitsintensiv.

Der richtige Erntezeitpunkt ist entscheidend für den Erhalt der Heilkraft und des Aromas - dabei spielt sogar die Tageszeit eine Rolle. So darf die Pflanze zum Beispiel nicht nass sein, wenn sie geerntet wird. Außerdem ist darauf zu achten, dass nur soviel geerntet werden kann, wie man auch trocknen kann, da das Stapeln grüner Ware die Qualität mindern würde.

Die Ernte selbst ist sehr arbeitsaufwendig. Früher wurde mit dem Messer geschnitten, später mit einer in Eichenau speziell entwickelten Sense (im Museum zu sehen) und dann vor allem maschinell.

Sind die Pflanzen erst einmal geschnitten, müssen sie so schnell wie möglich weiterverarbeitet werden. Nach Durchlaufen der Häckselmaschine werden in der sog. Windmühle die Stengel von den Blättern getrennt. Stengel, die noch Blätter haben, werden ein zweites Mal gehäckselt und windgefegt. (Alle erwähnten Geräte sind auch im Museum zu sehen)

Während anfangs die Trocknung der Pflanzen auf Rupfendecken erfolgte, ging man später dazu über, die Minze auf Horden (Drahtgittern, die in Lattengestelle eingeschoben waren) zu trocknen.

Die Perfektion dieses Systems erreichten die Eichenauer Teebauern aber mit den Teehallen, die durch ein ausgeklügeltes Belüftungssystem eine optimale Trocknung der Pflanze gewährleisteten.