Pfefferminzmuseum  Eichenau

Anekdoten ehemaliger Teebauern

Der Eichenauer Pfefferminzbauer Pfaffinger baute als Wechselfrucht unter anderem Chinarhabarber an, der dem normalen Rhabarber sehr ähnlich sieht, von dem aber nur die Wurzeln geerntet wurden. Einige Eichenauer dachten, es handele sich um normalen Rhabarber und versorgten sich von Pfaffingers Feld illegal mit dem Rhabarber. Keiner ahnte, daß die folgende "Epidemie" an Durchfall in Eichenau auf die "treibende Kraft" des Chinarhabarbers zurückzuführen war. Über vier Jahre blieb das medizinische Problem - sogar das Gesundheitsamt wurde eingeschaltet - ungelöst. Erst als ein Patient dem Eichenauer Arzt erzählte, er habe wie viele andere Rhabarber vom Pfaffinger geklaut und verzehrt, war die Ursache der Durchfall-Epidemie gefunden.

Um die Trockenmöglichkeiten weiter zu verbessern, übernahmen die Eichenauer Teebauern das System der Maccaroni-Trocknung. Da eine entsprechende Ofenanlage 1951 etwa 25000 Mark gekostet hätte (eine für die damalige Zeit unerschwingliche Summe), ließen sich die einfallsreichen Teebauern von der Stuttgarter Maccaroni-Fabrik entsprechende Prospekte kommen und bauten die Anlage kurzerhand, zugeschnitten auf die Anforderungen der Pfefferminztrocknung, nach.

Der als Wechselfrucht angebaute Wermut (Absint) wurde von einem Eichenauer mit dem Gewürz Beyfuß verwechselt. Der Diebstahl im Sommer rächte sich, als zu Weihnachten der Gänsebraten mit Wermut-Blättern gewürzt wurde: Der scharfe Geschmack war so intensiv, daß die Weihnachtsgans weggeschmissen werden musste.