Pfefferminzmuseum  Eichenau

Nachrichten aus dem Museum

Samstag, 18. März 2017

Shopping anno 1950

Exponate aus einem ehemaligen Milch- und Gemischtwarenladen in Sonderausstellung

„Es ist ein Glücksfall, dass es Leute wie Hans Handelshauser gibt, die Interesse an Altem und Platz zum Aufheben haben, sonst wären diese Dokumnte aus früherer Zeit für immer verloren.“ Dies betont Hans Kugler, Vorsitzender des Fördervereins Pfefferminzmuseum Eichenau, zur neuen Sonderausstellung „Shopping anno 1950“, die ab 12. März 2017 im Museum zu sehen ist.

Sie zeigt , was und wie vor einem halben Jahrhundert und früher in Eichenau eingekauft wurde – beim „Handelshauser“ in der Haupstraße 10. Ein altes Firmenschild weist darauf hin, was es damals – auf nur wenigen Quadratmetern – alles zu erwerben gab: Lebensmittel, Feinkost-, Drogerie-, Parfümerie- und Kurzwaren sowie Futtermittel.

Viele Original-Artikel aus jener Zeit werden in der Ausstellung präsentiert, aber auch Werbetafeln, Lieferscheine, Maschinen und Geräte sowie Behälter für Milch, Essig, Sauerkraut, Kaffee und Tee.
Dass es nach dem 2. Weltkrieg nicht nur Lebensmittel sondern auch Brennstoffe und Futtermittel nur auf Marken gab, dokumentiert die Sammlung von Johann Handelshauser ebenfalls.

Außerdem sind auf Karton geschriebene Hinweise an Kunden zu sehen, zum Beispiel „Schweinefett eingetroffen“ oder „Farinzucker gibt’s ohne Marken“. Man erfährt auch, dass dem Kramerladen eine eigene Milchstube angegliedert war, in der es die Milch offen gab, und dass das weitere Angebot an Molkereiprodukten minimal war im Vergleich zu dem in einem heutigen Supermarkt. Aber bei sonnigem Wetter gab es selbst gemachtes Eis „in Waffel“.

„Der Handelshauser“ war anno dazumal eines von vielen im Ort verteilten Lebensmittelgeschäften, was für die Eichenauer kurze Einkaufswege bedeutete. Die kleinen Läden konnten sich gegen die dann aufkommende Konkurrenz der großen Supermarkt-Ketten nicht mehr behaupten. Johann Handelshauser schloss im Jahr 1978 die Türen seines Einzelhandelsgeschäftes.

So sah ein „Einkaufszentrum“ vor etwa 60 Jahren in Eichenau aus (Foto: privat)